Meine Erfahrungen im Bereich festgefahrener Autos habe ich erfolgreich auf Schneemobile übertragen. Auf dem Foto leider nicht zu sehen, die Ursache des Malheurs: das knietiefe Wasser unter der Schneedecke. Und die 5 cm Eiswasser in meinen Stiefeln.Dafür aber mein (semibegeisterter) Chef im Schneemobilbergungseinsatz. Es war nicht der erste, zu dem er ausrücken musste. Nein, für den anderen konnte ich nichts, ich war noch nicht einmal beteiligt. Für den einen Tag später auch nicht.
Übertragung
Ess-entials
Aus der beliebten Reihe “Wie überlebe ich die Kälte” heute: Renburger und selbstklebender Fußwärmer.
Gestatten: Aurora, Aurora borealis
Nordlicht, Polarlicht, Aurora borealis – das Lichterphänomen, das die frostkalte Nacht jenseits des Polarkreises erhellt und für dessen Anblick jährlich Scharen von Touristen lange Anreisewege und Temperaturen jenseits der minus 20 in Kauf nehmen, hat viele Namen. Dabei ist es, ehrlich gesagt, kaum mehr als ein kosmisches Emissionsprodukt. Verursacher ist die Sonne, die elektrisch geladene Teilchen ins Alle schleudert: Sonnenwind. Krumm, wie das elektromagnetische Feld ist, das die Erde umgibt, werden die Teilchen abgelenkt, rutschen gleichsam horizontal an ihm entlang in Richtung der Pole, wo es dann steil nach unten und – schwupp! – rein in die Atmosphäre geht. Dort kollidieren sie mit ansässigen Luftmolekülen, die verständlicherweise verstimmt reagieren und vor lauter Ärger anfangen zu leuchten. Et voilá: Aurora borealis, respektive Aurora australis, denn das stille Himmelsfeuerwerk gibt es auch im Süden zu bestaunen, zumindest theoretisch, in der Praxis steht die Logistik im Weg. Der weltweit südlichste Festlandspunkt ist das argentinische Ushuaia und das liegt, projizierte man es an die Nordhalbkugel, in ungefähr derselben Höhe wie Belfast in Irland. Vom Land aus ist das Südlicht also nur schwer zu sehen, man muss sich aufs Schiff begeben. Wozu aber, wenn man es im Norden so einfach haben kann?
Minus 40 – Ein Selbstversuch

Der Thermometerteil oberhalb der Null dient der Zierde
Ich kann mich eine meine ersten minus 25 Grad erinnern. Es war im November letzten Jahres in Solberget, in der Nähe von Nattavaara auf halben Weg zwischen Gällivare und Jokkmokk, ca. 100 km nördlich des Polarkreises. Wie jeden Morgen galt mein erster Blick dem elektronischen Thermometer in der Küche: plus zehn drinnen, 30 Grad weniger draußen. „Wow!“, dachte ich, voller Angst, ob man diese Temperaturen überleben konnte, aber auch mit dem prickelnden Gefühl von Abenteuer und, ja: Stolz. Ich war die Erste! Niemand aus meinem Freundeskreis hatte je solche Temperaturen er- geschweige denn überlebt.
Mittlerweile entlockt mir minus 25 nicht einmal mehr ein müdes Lächeln. Längst hat das Thermometer vor meiner Haustür jenen Rubikon über- bzw. unterschritten, seit drei Tagen rangiert es auf dem untersten überhaupt möglichen Skalenpunkt: minus 40.
